IGS – Sophie Sondhelm – 55543 Bad Kreuznach / 11.06.2026 /
Stolpersteinverlegung /
Zum Gedenken an den Bundesverdienstkreuzträger Heinz Hesdörffer und seine Familie lädt die IGS Sophie Sondhelm – Bad Kreuznach herzlich zur feierlichen Verlegung der Stolpersteine für Karl, Johanna, Ernst und Heinz Hesdörffer ein.
Die Verlegung findet statt am
Donnerstag, 11. Juni 2026, um 15.00 Uhr,
in der Baumgartenstr. 44 in 55543 Bad Kreuznach.
Der Holocaustüberlebende Heinz Hesdörffer ist bekannt durch seine langjährige Arbeit als Zeitzeuge. Neben dieser für ihn wichtigen Arbeit, seiner Rede vor dem Landtag in Rheinland-Pfalz am 27.01.2014, den Auftritten in Radio und Fernsehen, dem Dokumentarfilm „Schritte ins Ungewisse“, den er mit Bad Kreuznacher Jugendlichen drehte, gründete er auch den gemeinnützigen Verein „Bildungswerk Heinz Hesdörffer e.V.“, welcher die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen u.a. finanziell unterstützt. Zu Lebzeiten sammelte er für seinen Verein noch Spenden und am Ende seines langen Lebens bedachte er diesen in seinem Nachlass.
Dieses und vieles mehr tat er, weil er an das Gute in den jungen Menschen glaubte und ihnen mit diesem Geld zu einer Zukunft verhelfen wollte, die frei ist von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Er glaubte daran, dass in unserer gelebten Demokratie Frieden zwischen den Religionen möglich sein muss.
Vor der Machtübernahme Hitlers besaß Familie Hesdörffer eine angesehene Zuckerwarenfabrik in Bad Kreuznach. In der Reichspogromnacht wurde deren komplettes Inventar, sowie die Waren und Zutaten zerstört und aus den Fenstern geworfen. Auch das Wohnhaus wurde verwüstet. Familie Hesdörffer verkaufte die Fabrik und ließ das Wohnhaus mit allem Inventar zurück.
Im Holocaust wurden Johanna und ihr Sohn Ernst, sowie weitere Anverwandte umgebracht. Karl war bereits 1934 verstorben. Heinz Hesdörffer überlebte fünf Konzentrations- und Vernichtungslager. Trotz seiner furchtbaren Erlebnisse kam er am 01.01.2009 zurück nach Deutschland. Gerne wäre er in seine Geburtsstadt Bad Kreuznach zurückgekehrt, aber er suchte eine Stadt, wo er seinen Glauben so leben konnte, wie es ihm vor dem Holocaust möglich gewesen war. In Frankfurt am Main war dies gegeben. Gleichzeitig wusste er sich in einem Senioren- und Pflegeheim vor Ort gut aufgehoben. In diesem Haus für Menschen jüdischen und nichtjüdischen Glaubens gibt es einen Rabbiner und es finden regelmäßig Gottesdienste statt.
Von Frankfurt aus fuhr er häufig nach Bad Kreuznach. Er nahm dort sehr schnell Kontakt zur jüdischen Kultusgemeinde auf und machte sich auf die Suche nach der Thorarolle, die in der Reichspogromnacht vor dem aufgebrachten Mob in Sicherheit gebracht werden konnte. Er fand sie tatsächlich in den USA und brachte sie zurück nach Bad Kreuznach. Somit ist die Thorarolle, aus der er an seiner Bar-Mizwa gelesen hatte, wieder in seiner Heimatgemeinde zu Hause.
Wir würden uns sehr über Ihr Kommen freuen!
Im Anschluss an die Stolpersteinverlegung laden wir Sie herzlich ein zu einem Austausch ins St. Hildegard-Zentrum der Caritas in der Bahnstr. 26 (fußläufig 180 m).
Johanna Lippert
IGS Sophie Sondhelm – Bad Kreuznach
Lehrkraft
